zwei Geschichten, die mich begleiten,

eine spielt in einem Turm, die andere

in Kopenhagen…

 

Die erste ist die Geschichte von Hölderlin,

der seinen Lebensabend in

einem Turm verbrachte, in den ihn

seine Mutter eingesperrt hatte. (Meine

Mutter würde das nie tun.)

Er stand dort, Tag für Tag an seinem

Dichterpult und schlug mit seiner

Feder einen Takt. Man durfte ihn besuchen

und um ein Gedicht fragen,

dann lauschte er weiter dem Takt,

und begann, den Rhythmus nun mit

der anderen Hand weiterschlagend,

zu schreiben.

 

Die andere Geschichte handelt von

Sören Kierkegaard, der seine geliebte

Verlobte verstieß als er Zeit zum

schreiben brauchte. Nachdem sie einen

anderen geheiratet hatte, konnte

er sie tagein tagaus beim Kirchgang

beobachten und sich vorstellen, wie

es gewesen wäre. Solche Entscheidungen

sind schwer zu beurteilen.

 

Hanna Koch